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Schönheit und Untergang

Am Anfang war die Insel.
Das Sinnbild der Insel als Seelenrefugium. Schon lange Zeit waren Gabriele und Heinrich Goldstein in der Architektur mit dem menschlichen Maß befasst, gebunden an das Diktat der Realisierbarkeit. Für ihre künstlerische Arbeit jedoch wählten sie eben jenen imaginären Ort und als Format – ausgerechnet –  die Miniatur.

Nun ist es aber gerade dieser zweifach begrenzte Raum, der ein Wesensmerkmal ihrer Kunst hervorbringt: die dramaturgische Dimension.
Das Dargestellte entwickelt ein erzählerisches Potential, geschieht wie auf einer Bühne, der „Stoff“ verdichtet sich zwangsläufig. Auf engem Raum lässt sich nichts relativieren, alles erfährt eine Steigerung, das Schöne ebenso wie das Schreckliche. Denn eines war schnell klar: Neben der Inszenierung poetischer Kammerspiele galt es auch die trügerische Idylle zu hinterfragen. So betreiben die beiden Künstler nun eine subtile Gesellschaftssatire mit bildnerischen Mitteln, manchmal ironisch-augenzwinkernd, manchmal abgründig. Ironie und Kunst erweisen sich wieder einmal als wesensverwandt, wenn sie den Bodensatz des kollektiv Verdrängten an die Oberfläche katapultieren. Es musste ja so kommen. Die Kunst brachte, wie Adorno sagt, das Chaos in die Ordnung.

Die Arbeiten zeigen den modernen Menschen mit seinen Facetten des Suchens und Scheiterns. Eigentümlichen Tätigkeiten geht er nach, die Anforderungen des Lifestyle simultan erfüllend, kann er nicht innehalten und nicht neben sich blicken. Es ist das Moment der Blindheit, der die Hybris zum Verhängnis werden lässt, und Nemesis wird ihm das Gebührende zuteilen. Welt ist ein Horizontphänomen, die Grenze ist die Bedingung dafür, dass uns innerhalb dieser die Dinge widerfahren.
Auch der Betrachter findet sich vorerst an einer Grenze.

Es ist die schützende Hülle der Arbeiten, der Kubus aus Acryl, der den Prozess der Aneignung lenkt. Es ist die Aura eines musealen Schreins, der erst das Herausgehobene betont, gleichzeitig die Versenkung im Hinsehen fördert und fordert, bis er schließlich zu verschwinden scheint. Urplötzlich stehen wir mitten im Geschehen.
Es ist eng geworden und die Zeit verrinnt. Freiheit und Unfreiheit des Tuns, Schönheit und Untergang werden schmerzlich bewusst. Zumindest durch unsere geistigen Reflexionen über diese unaufdringlich - eindringlichen Arbeiten werden wir neue Räume und neue Dimensionen betreten, im Nachklang des Dargestellten.

Brigitte Seidel, Kunsthistorikerin

Beispielobjekte | Miniaturwürfel - Acryl


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GH Goldstein

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